Hautfarben mischen - so geht das ganz einfach!

Expressionistische Portraits haben keine realistischen Hautfarben
Expressionistische Portraits haben keine realistischen Hautfarben

Hautton ist nicht gleich Hautton - abhängig von der Abstammung eines Menschen kann er fast schwarz bis fast weiß sein. Zusätzlich dazu ändern sich die Farben je nach Lichteinfall. Und auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Frauen haben beispielsweise im Schattenbereich eher grüne Untertöne.

 

Bei jedem Menschen findet man also eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Farben vor. Einfach nur Schweinchenrosa zu nehmen ist für naive Malerei in Ordnung, aber aus den genannten Gründen funktioniert diese Farbe bei ernsthaften Versuchen in der Portraitmalerei nicht. Manche weichen dann in den Expressionismus oder den Spontanrealismus aus, um dann beliebige Farben für die Hautflächen einzusetzen. Doch Vorsicht: Um das so umzusetzen, dass es auch attraktiv wirkt, braucht man noch wesentlich mehr Kenntnisse über Farben als beim Mischen realistischer Hauttöne.

 

Nicht nur Neulinge in der Malerei stehen hier also vor einer ziemlich großen Herausforderung. Ich zeige euch in diesem Artikel, wie ihr mit nur ganz wenigen Tricks realistische Hautfarben einfach und schnell mischen könnt. Grundlage dafür ist der Farbenkreis und das Wissen, wie sich eure Farben beim Mischen verhalten. Wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, solltet ihr unbedingt den Video-Kurs "Farben mischen leicht gemacht" buchen.

Methode 1: Nutze die Komplementärfarben!

 

Das Grundprinzip zum Mischen von Hauttönen ist eigentlich sehr einfach: Jede Farbe auf dem Farbenkreis ergibt mit ihrer Komplementärfarbe gemischt eine Hautfarbe! Wenn ihr also beispielsweise Orange mit eine wenig Blau versetzt, entsteht ein Ockerton, der im Schattenbereich eines Gesichts gut passt.

 

Was sich so einfach anhört, ist in der Realtiät aber nur nach viel Übung umzusetzen. Als Grundlage solltet ihr den Farbenkreis gut kennen und bereits einige Erfahrung mit dem Farbenmischen haben. So sind zum Beispiel Farbkarten nicht nur für das Erlernen des Mischverhaltens eurer Farben hilfreich, ihr könnt sie auch ganz speziell für Hautfarben anlegen. 

 

 

Hautfarben können ganz unterschiedlich sein

Orange und Blau ergeben Hautfarben
Orange und Blau ergeben Hautfarben

Methode 2: Zorns Palette

 

Wer es ganz einfach haben will, dem empfehle ich die limitierte Palette von Anders Zorn, einem schedischen Maler. Er hat nur die folgenden drei Farben plus Weiß in vielen seiner Portraits verwendet: Lichter Ocker, Kadmiumrot Mittel, Elfenbeinschwarz. Ihr seht, dass damit keine Blautöne möglich sind, doch die kommen in Hauttönen auch kaum vor. Außer ihr malt im Stil des Spontanrealismus, in dem praktisch jede Farbe bei Portraits „erlaubt“ ist ☺️.

Je nachdem wie viel ich von den Ausgangsfarben verwende, kann ich fast jeden Hautton damit mischen. Selbst dunkle Hautfarben sind damit möglich. Wenn du mehr zu Zorns Palette erfahren möchtest, empfehle ich dir mein YouTube-Video dazu.

 

 

 

 

Mit Zorns Palette erreicht man eine große Vielfalt an Hautfarben
Mit Zorns Palette erreicht man eine große Vielfalt an Hautfarben